Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Pilgerwege in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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Gertrud
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Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Gertrud » 11. Feb 2021, 19:37

Nun will ich einen neuen Post anfangen, denn es gibt hier leider keine Beiträge zu diesem Weg.

Jedoch weiß ich, dass es Forumsmitglieder gibt, die auf diesem Weg bereits unterwegs waren. Die Infos wurden im „alten“ Pilgerforum veröffentlicht und sind nun leider nicht mehr zugänglich.

Also an Alle die den Weg gegangen sind und kennen. Es wäre echt nett, Ihr würdet Euer Wissen weitergeben
Zuletzt geändert von Gertrud am 13. Feb 2021, 19:59, insgesamt 1-mal geändert.

Shabanna
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Re: Via Son Giachen Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Shabanna » 12. Feb 2021, 16:31

Hey Gertrud,

diejenigen, die dabei waren, sind nicht mehr im neuen Forum aktiv - und sonst?

Orando ist ein Jahr nach uns gegangen - (hey, treibst du dich irgendwo hier rum?)

Der Weg ist faszinierend. Die Berge sind wunderschön in Graubünden, aber heftig. Höhenmeter ohne Ende über die Pässe. Schlechtes Wetter dort kann sehr unangenehm werden. Aber die netten kleinen Dörfer mit ihren besonderen Menschen. Die Luft, die Bergwiesen, das gute Essen. Hach ja.

Ich träume manchmal vom Val Müstair oder vom Dürrboden. Und dann würde ich am liebsten mein Zeug in den Rucksack werfen und ab dafür. Der Rest ab Trin Digg wartet eh noch auf mich.

LG,
Andrea
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Gertrud
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Re: Via Son Giachen Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Gertrud » 13. Feb 2021, 18:25

Hallo Andrea,

ja, das mit den Höhenmetern. Ich bin vom anschauen des Höhenprofils schon erschöpft.

Ich hatte mir das Buch zur Via Son Giachen bereits 2018 besorgt, aber dann doch wieder weg gelegt, weil ich vor den Pässen ziemlichen Respekt habe und dann auch noch alleine....
Aber nun beschäftige ich mich halt doch wieder damit. Auch nach dem Motto, wenn´s zu beschwerlich wird, kann ich einfach aufhören. Die Schweiz hat schließlich ein supertolles Streckennetz.

Wie habt Ihr das mit den Übernachtungen gehalten? Wie weit im voraus musste gebucht werden?

Preisgünstig wird es nicht, so auf den ersten Blick gibt es offensichtlich wenig bis gar keine preisgünstige Übernachtungen. Da muss ich mich noch schlau machen, zwei Übernachtungslisten habe ich im Internet bereits gefunden. Mal noch unter den Ortschaften direkt schauen. Aber das hat ja noch Zeit.

Und noch eine Frage: inwieweit hast Du warme Kleidung wegen der Überquerung der Pässe benötigt? Da fehlt mir die Erfahrung, ganz so hoch war ich bisher weder in Italien noch in Tirol.

herzliche Grüße
Gertrud

Shabanna
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Re: Via Son Giachen Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Shabanna » 13. Feb 2021, 20:00

Buna saira Gertrud!

Also wir haben alles vorab gebucht - was ich auch empfehlen würde. Es gibt nicht viele Unterkünfte und wenn die eine am Etappenende oder oben am Berg zu hat oder voll ist, kann man nicht mal eben bis zur nächsten laufen. Obwohl es auch Pilger gibt, die kennen da nichts. Die laufen in den wilden Bündner Bergen einfach drauflos und überleben auch :) Z. B. dieser ganz besondere Mensch hier. Der ist aber auch die doppelten Etappen gelaufen und hat nur wegen uns ein paar Tage lang gebremst. Der kam übrigens von der Via Son Giachen heim und eröffnete seine ganz eigene "Pilgerherberge" daheim im Wallis.

Natürlich ist die Schweiz teuer. Unglaublich teuer sogar. Es gibt Klöster, Berghütten, Schlafen im Stroh, Bed & Breakfast ... und trotzdem wurden wir ein kleines Vermögen los :lol: Ich muss grad schmunzeln, wenn ich dran denke, wie wir am ersten Abend zusammensaßen, die Speisekarte studierten und - obwohl wir eigentlich vorab wussten, was uns erwarten würde - nicht glauben konnten, was da für Preise drauf standen. Aber dann sagte einer: So, jetzt haben wir uns 10 Min. über die Preise aufgeregt. Das sollte für die ganze Tour genug sein. Von da ab verlor keiner mehr ein Wort über Finanzielles, egal, wie sehr unser Portemonnaie blutete. Das half enorm :)

Ja, oben auf den Pässen kann es schon frisch werden, auch im Hochsommer. Den oberen Teil vom Scalettapass überquerten wir im Schnee. Auch oberhalb Davos am Strelapass kamen wir total durchfroren an der Hütte an, gönnten uns erst einmal eine heiße Suppe und wärmten uns am Ofen auf. Da war aber auch das Wetter insgesamt recht bescheiden.

Nur wegen der Pässe würde ich jetzt keine Daunenjacke oder Handschuhe und Schal mitnehmen. Die Fleecejacke und im Notfall noch die Regenjacke drüber und durch. Im Sommer geht das schon.

Wenn du in Trin Digg bist und dich wildentschlossen durch den Rest auch noch durchkämpfen willst, dann ruf mich an. Ich komme ;)

Und lern schon mal Rumantsch ! (Hach, ich liebe diese Sprache!)

Hier kannst du dir ein Bild vom Weg machen:

https://myjmb.com/f/43---via-son-giach ... out-of-14

Er hat viele tolle Bilder (und unmenschliche Etappen!) gemacht. Er ist die Via allerdings "verkehrt herum" gegangen.

LG,
Andrea
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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Gertrud » 13. Feb 2021, 20:44

Oh je, diese Sprache werde ich wohl nie lernen.

Ganz herzlichen Dank für Deine Informationen.

Wegen vorbuchen der Übernachtungen habe ich halt Bedenken, da ich wegen den Wetterverhältnissen nicht weiß, ob ich auch wirklich so gehen kann wie angedacht oder einen Aufenthaltstag einlegen muss und schon stimmt die ganze Planung nicht mehr 😟

Sehr gerne werde ich Dich anrufen, aber Du bist ja leider immer unterwegs (wie 2020 als ich in Überlingen war und Du hier im Forum aus Österreich geschrieben hast, da hatte sich das auch erübrigt). Es wäre schon toll, wenn es endlich mal klappen würde. Du bist zwar einiges jünger als ich, aber irgendwie würden wir schon klarkommen oder?
Ich beabsichtige Mitte Juli in Müstair zu starten, sofern Corona dies zulässt.

LG Gertrud

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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Gertrud » 12. Mär 2021, 17:20

trotz ungewisser Corona-Lage und steigenden Zahlen bin ich am planen und benötige Hilfe.

Erster Tiefpunkt: ich kann nicht im Kloster Mustair übernachten, habe eine negative Antwort erhalten. Schade. Nun ja, dann halt 4km weiter zur Jugendherberge Sta. Maria.

Momentan fürchte ich den Abstieg vom Strelapass. Es gibt jedoch eine Moutainbiketour von Langwies über den Strelapass nach Davos, also andersrum als ich gehen will. Aber ich denke, wo jemand mit dem Fahrrad durchkommt, da müsste ich doch auch gehen können. Oder?

Ihr seht, ich bin trotz reichlicher Pilgererfahrung total verunsichert....

Lg Gertrud

geändert: Fragen an Andrea und Winti gelöscht, da inzwischen nicht mehr relevant
Zuletzt geändert von Gertrud am 21. Jun 2021, 16:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Gertrud » 21. Jun 2021, 16:37

Hallo Kati-n,

danke für Deine Nachricht, Du hast mir einige Sorgen genommen und Deine Ratschläge werde ich beherzigen.
Ich hatte Dir per PN geantwortet, Du hast Dich jedoch nie mehr angemeldet, somit auch nicht gelesen und deshalb will ich Dir jetzt auf diese Weise recht herzlich danken.

Am 13.07. werde ich nach Müstair fahren, sehr bequem per Bahn, und dann kann's los gehen.
Unterkünfte sind größtenteils gebucht, müssen nur noch das Wetter und meine Füße mitspielen.

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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Shabanna » 21. Jun 2021, 20:19

Hallo Gertrud,

ich habe deine Fragen gar nicht gesehen, sorry!

Falls sie den Abstieg vom Strelapass betrafen: Ja, der ist steil, aber kurz. Und ich hab mich da einfach Schritt für Schritt mithilfe der Stöcke nach unten getastet. Dann ging das schon. Da darf man's einfach nicht eilig haben ... Laufen lassen kann man's dann weiter unten wieder. Aber nur bis zum Heimeli! https://www.sueddeutsche.de/reise/schwe ... 1.4838930
Nicht dran vorbeispringen. Reingehen, einen Tee trinken und was Leckeres essen. Ist ganz was Besonderes. Und echt: Da würd ich übernachten.

Übrigens: Wenn das, was wir vom Trail aus nach rechts hinten oben in den Fels gehauen gesehen haben, der MTB-Trail war, dann gute Nacht :) Zu der Zeit, als wir dort waren, war der meines Wissens gesperrt. Wir haben da Schilder gesehen.

Sehe grade, dass man jetzt auch wieder am Strelapass übernachten kann! Würd ich unbedingt machen, die Hütte ist super urig und ich hab mich da so wohl gefühlt! Da es geregnet hat, haben sie das Feuer angemacht und wir saßen da, trockneten unser Zeug, löffelten unsere heiße Suppe und wollten gar nicht mehr gehen! Hab ich das schonmal erzählt? Hach ja.

Schade, dass es mit dem Kloster in Müstair nicht geklappt hat. Wir mussten auch den männlichen Teil unserer Gruppe ausquartieren, weil das Kloster nur Frauen aufgenommen hat. Ich konnte das kaum fassen, aber tja. Der Bauernhof schräg gegenüber ist aber echt auch ne gute Alternative. Total nette Leute und alles lieb gemacht und picobello sauber.

Ich wünsch dir jetzt schon einen tollen Weg! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Via Son Giachen irgendjemanden NICHT beeindrucken könnte. Da war einfach jeder Tag ein Abenteuer. Und jeder Tag ging ganz tief rein. Diesen Jakobsweg geht keiner einfach so runter. Den streift man auch danach nicht so einfach ab. Der bleibt hängen.

Bin gespannt auf deinen Bericht!

LG,
Andrea
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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Pooh_der_baer » 22. Jun 2021, 08:34

Hach,

mit dem Rumantsch ist das so eine Sache.
Wir waren viele Jahre im Unterengadin im Skiurlaub.
Dort ist für Kinder die erste Fremdsprache in der Schule deutsch.
So gewöhnten wir uns einige Alltagsfloskeln an.
Bei einem anderen Skiurlaub im Gebiet Obersaxen warein wir im Ort Lumbrein.
Die verstanden unsere Grußfloskeln überhaupt nicht.
Wer sich nicht erinnert, den bestraft die Zukunft.

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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Shabanna » 22. Jun 2021, 14:56

Pooh_der_baer hat geschrieben:
22. Jun 2021, 08:34

Bei einem anderen Skiurlaub im Gebiet Obersaxen warein wir im Ort Lumbrein.
Da warst du ja gar nicht weit weg von der Via :)

Hier im Kloster Ilanz kann man mit Pilgerpass für 50 CHF übernachten:

https://www.hausderbegegnung.ch/de/

Ich liebe Rumantsch. Habe trotzdem einige Lacher geerntet, als ich "Via son Giachen" zum ersten Mal sagen wollte :lol:
Allegra ist ja einfach ... :lol:

LG,
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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Gertrud » 22. Jun 2021, 15:52

Shabanna hat geschrieben:
21. Jun 2021, 20:19
Sehe grade, dass man jetzt auch wieder am Strelapass übernachten kann! Würd ich unbedingt machen, die Hütte ist super urig und ich hab mich da so wohl gefühlt! Da es geregnet hat, haben sie das Feuer angemacht und wir saßen da, trockneten unser Zeug, löffelten unsere heiße Suppe und wollten gar nicht mehr gehen! Hab ich das schonmal erzählt? Hach ja.
Die Übernachtung auf dem Strelapass habe ich auch gesehen und deshalb für diese Tour alles offen gelassen, da entscheide ich auf dem Berg.

Statt nach Ilanz zum Kloster (ich hab's nicht so mit den "neuen, modernen" Klöstern) laufe ich weiter bis Pigniu/Panix und übernachte dort im Restaurant Alpina, lt. Homepage ein gemütliches Bergbeizli. Ich freu mich drauf.

Ja, ich denke auch, dass dies ein ganz besonderer Jakobsweg wird. Landschaftlich wunderschön, aber auch anstrengend.
Ich werde berichten, falls ich abends nicht todmüde ins Bett falle.

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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Shabanna » 22. Jun 2021, 17:14

Gertrud hat geschrieben:
22. Jun 2021, 15:52

.... laufe ich weiter bis Pigniu/Panix und übernachte dort im Restaurant Alpina, lt. Homepage ein gemütliches Bergbeizli.
Ja, sozusagen 8-) 8-)

Du darfst nur eines nie machen: Den Kurt siezen.

:lol:
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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Gertrud » 23. Aug 2021, 19:11

Zurück von meinem Weg kann ich berichten, dass es war ein ganz tolles, aber auch sehr anstrengendes Erlebnis war. Steil Berg rauf, Berg runter und das täglich. Die Höhenmeter habe ich doch ziemlich in meinem Körper gespürt.
Der Weg kann auch als Frau alleine gegangen werden. Es sind kaum bis gar keine Pilger unterwegs, jedoch ist man selten alleine, denn meistens sind Mountainbiker oder Tageswanderer anzutreffen, alleine war ich nur selten auf der Strecke.

Ich bin von Müstair bis Disentis gegangen.

Landschaftlich ein Traum, die winzig kleinen Orte mit den von der Sonne verbrannten Holzhäusern, die Wiesen, die Berge, ich konnte mich nicht sattsehen.

In Zuoz, meine Übernachtung vor dem Scalettapass, eine Überraschung. Säumer-Wanderung Via Valtellina, die jährliche Wanderung von Klosters nach Tirano machte genau an diesem Tag Halt in Zuoz. Unglaublich beeindruckend, besonders dann am anderen Tag als ich über die schmalen Pfade und vereinzelten Schneefelder über den Pass ging und mir vorstellen musste, dass sie mit Pferden und Eseln, beladen mit Kisten, Bündeln und Fässer wie früher, da drüber sind.
Der Aufstieg war zwar anstrengend, aber durchaus machbar, runter nach Dürrboden ebenso.

Der Abstieg vom Strelapass dann recht mühsam. Langsam und äußerst vorsichtig den steilen Pfad runter. Unten wurde ich belohnt von jungen Murmeltieren, die noch keine Gefahr kannten und neugierig aus den Höhlen hervorkamen. Beim Warnpfiff der Murmeltiere habe ich als schier eine Herzattacke bekommen, äußerst laut wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Nicht immer habe ich sie gesehen, aber sie mich….

Ich empfehle jedem unbedingt Stöcke mitzunehmen, sie waren für mich unentbehrlich. Hilfreich Berg hoch und runter, über Bäche, glitschige Steine, weggebrochene Böschungen, und ganz besonders im Schneefeld, das schmilzt und ich nicht wusste, wo ist fester Boden darunter.

Der Weg ist bestens beschildert mit der Nummer 43. Als Führer hatte ich das Buch „Via Son Giachen“ vom Terra Grischuna Verlag und natürlich einen Pilgerausweis.

Die Übernachtungen und Essen waren, wie Andrea schon schrieb, ziemlich teuer. Pilgerherbergen gibt es keine. Preisgünstig waren Jugendherbergen, im Mehrbettzimmer natürlich, es gilt die deutsche Mitgliedschaft. Ich hatte alle Übernachtungen voraus gebucht bis auf eine, und dort habe ich prompt nichts bekommen. Im Tourismusbüro hat man dann lange telefoniert um eine Unterkunft zu finden. Ich habe aber unterwegs oft Hinweisschilder auf freie Betten gesehen.

Alle Kirchen und Kapellen sind geöffnet, was mich doch verwundert hat, denn sie bergen unwahrscheinliche Schätze. Fresken, Figuren, Altäre von unbeschreiblicher Faszination.

Die Clemgiaschlucht ist noch immer gesperrt, eine Umleitung ausgeschildert.

Das Wetter war nicht besonders, oft am späten Nachmittag oder abends Regen. Aber ich bin dankbar gewesen, dass genau die Tage schönes Wetter herrschte, als ich über die Pässe ging.

In Disentis habe ich mich dann entschieden nicht über den Mittelplatten nach Norden zu gehen, sondern nach Westen den Rhein-Reuss-Rhone-Weg, Pilgerweg Disentis - St. Maurice. In Martigny traf ich auf die Via Francigena und konnte somit ein bisschen „Rom-Gefühl“ schnuppern.

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Gertrud
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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von Gertrud » 28. Aug 2021, 15:42

Als Ergänzung möchte ich noch anfügen

der grobe Wegverlauf war für mich von Müstair – Pass da Costainas 2251m – Scuol – Guarda – Zernez – Scalettapass 2606m – Davos – Strelapass 2350m – Chur – Conn / Rheinschlucht – Trun – Disentis

Ich hatte Handschuhe mit, die ich mehrmals benötigt habe, bei Regen und Wind wird’s in der Höhe ganz schnell ziemlich kalt.

Ebenso hatte ich auf Anraten einer Pilgerin aus dem Forum eine Rettungsdecke mit. Ich habe sie nicht benötigt, aber gleich bei der ersten Übernachtung in Sta. Maria zwei unterkühlte Bikerinnen erlebt. Sie kamen in ein Unwetter, wurden in einer Bergunterkunft mit Tee und Rettungsdecken versorgt und im Fahrzeug zur Jugendherberge gebracht. Die 80gr habe ich daraufhin gerne den ganzen Weg getragen.

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donjohannes
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Re: Via Son Giachen / Jakobsweg Graubünden

Beitrag von donjohannes » 28. Aug 2021, 19:37

Gratuliere Getrud zu diesem schönen Jakobsweg! Ich kenn ja zu Fuss nur Teile davon, aber es stimmt, die Schweiz dort ist wunderschön.
Österreich -Santiago 1998
Liechtenstein - Jerusalem und zurück 2013-14 (http://www.4kmh.com/neo)
Triest - Cannes (Via Alpina Sacra) 2018 ( http://www.4kmh.com/vas )
Aktuell: Erde - Himmel (Hindernislauf): begonnen 1978 - Ziel noch in weiter Ferne

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