Via Gebennensis Genf - Le Puy

Pilgerwege in Frankreich
Shabanna
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von Shabanna »

Shabanna hat geschrieben: 21. Apr 2023, 09:13 Hey Bsss,

nur eines in aller Kürze: Wenn es geht, übernachte NICHT in der Pilgerherberge in Charly. Als ich letztes Jahr dort eintraf, stieß ich auf sehr heruntergekommene und schmutzige Räumlichkeiten und Matratzen und auf einen sehr merkwürdigen Obdachlosen, den die Gemeinde wohl dort duldet und der sich die Herberge zu eigen gemacht hat. Ein Anwohner hat gemeint, er wäre harmlos, aber mir hat er Angst gemacht.

LG & einen guten Weg!

Andrea
Anscheinend hat sich der Zustand der Herberge inzwischen deutlich verbessert - ich habe nun von mehreren Seiten gehört, dass wohl einiges neu gemacht, alte und kaputte Möbel und Geschirr ausgetauscht und offensichtlich auch eine Grundreinigung vorgenommen wurde.

Ich verfolge auch schon seit langem diese beiden: https://youtu.be/rB2mgqbGGhw?si=EZ4QsHIFGrviMFMF . Sie waren in diesem Sommer dort, haben zwar nicht dort übernachtet, aber die Herberge besichtigt und einige Bilder aufgenommen. Und wenn die beiden die Herberge ausdrücklich empfehlen, dann kann es nicht mehr so schlimm sein ;)

War jemand von euch dieses Jahr dort? Wohnt der obdachlose Berber noch dort?

LG,
Andrea
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frjtz
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von frjtz »

Der letzte Eintrag ist nun schon eine Weile her, aber ich denke, der Zustand der Pilgerherberge von Charly wird auch weiterhin für Pilger interessant sein.
Ich habe am 6.April 2026 dort übernachtet. Es war gut besucht, wir waren 7 Männer und ein Hund. Man kann sich selber was kochen, es sind auch Nudeln und Soßen da, die man gegen Spende verwenden kann. Es kam niemand vorbei, seine 20€ hat man in einen Tresor geworfen. Die Betten waren grenzwertig, die Decken hatten Flecken. Hüttenschlafsack ist natürlich Pflicht, aber man kann den Kontakt mit den Decken ja nicht hundertprozentig vermeiden.
Insgesamt war es gerade noch ok. Ohne diese Herberge hätte ich die Strecke Genf nach Seyssel nicht an zwei Tagen gehen können. Wer sich für die Strecke aber ohnehin 3 Tage Zeit nehmen will, dem würde ich raten, vielleicht besser in Beaumont und Frangy Station zu machen, wo zumindest letzte Woche auch weniger los war.

Die Gîte Edelweis in Seyssel war wesentlich einladender.
Shabanna
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von Shabanna »

frjtz hat geschrieben: 12. Apr 2026, 14:40 Wer sich für die Strecke aber ohnehin 3 Tage Zeit nehmen will, dem würde ich raten, vielleicht besser in Beaumont und Frangy Station zu machen, wo zumindest letzte Woche auch weniger los war.
Was gibt es denn in Beaumont für eine Übernachtungsmöglichkeit? Die alte Käserei ist ja schon länger geschlossen - es hieß, Anne sei zurück nach Norwegen gegangen.

Bist du noch unterwegs?

LG,
Andrea
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frjtz
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von frjtz »

Ich bin inzwischen wieder zu Hause.
Ein Schweizer Pilger, den ich in Seyssel in der Gîte Edelweis getroffen habe, hat in Beaumont und Chaumont übernachtet und so die Strecke Genf - Seyssel in 3 Tagen gemacht.
Shabanna
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von Shabanna »

Ohhh, wie schön: Es gab wohl tatsächlich eine Wiedereröffnung der alten Käserei! Halbpension 48 EUR.

Falls jemand schon dort war und berichten kann - ich würde mich über nähere Infos freuen :)

LG,
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MarcelSchweiz
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von MarcelSchweiz »

Hallo zusammen
Eigentlich ist es nicht meine Art, negatives in Foren zu schreiben und schon gar nicht, als ersten Beitrag. Aber…

Ich bin erst einen Jakobsweg gegangen und das war die via Jakobis, also durch die Schweiz, von Rorschach nach Genf. Es war fantastisch schön und reservieren einer Unterkunft war wirklich nie nötig. Auch gab es immer genügend Hotelzimmer zwischen den Etappen und gefühlt, in jedem Dorf ein Restaurant oder Einkaufsmöglichkeiten… :)

tja, mit dieser Erfahrung bin ich gestern sehr unvorbereitet und blauäugig auf die via Gebenesis gestartet…
Ich war gestern (13.4.2026), nach einem strengen, kalten, regnerischen und windigen Tag, also durchnässt und leicht unterkühlt, in der Herberge in Charly angekommen… :roll:
Die Unterkunft war ungeheizt, war so dreckig und ecklig, dass ich da auf keinen Fall übernachten wollte. Ich versuchte dann erstmal eine andere Unterkunft zu organisieren, aber entweder öffnen sie erst am 1.Mai, waren voll oder zu Fuß zu weit entfernt. Auch ein Taxi zu organisieren war echt lustig… 3 Unternehmen gibt nicht mehr, 2 wollten nicht kommen, da es ihnen zu weit weg war…
Ich habe dann einen Airport-Shuttle gefunden, der mich zurück nach Genf gefahren hat… :cry:

Aber die gute Nachricht: einen Obdachlosen habe ich dort keinen Vorgefunden… :D

Ich habe nun beschlossen, hier in Genf, erstmal 2-3 Tage zu verbringen um 1. besseres Wetter abzuwarten und 2. den Weg, bzw. die Übernachtungsmöglichkeiten im Vorfeld zu organisieren… oder Option Nummer 3: ich kauf mir hier ein Zelt und eine Isomatte. ;)

Ich bin ehrlich gesagt geschockt, wenn ich die positiven Bewertungen für diese Unterkunft in Charly im Internet lese… da bekomme ich „Angst“, dass andere Herbergen auch diesem Zustand entsprechen könnten… :roll:

Schon klar, vielleicht hatte ich gestern auch einfach nur Pech, oder völlig falsche Vorstellungen…

Aber spaßig war es nicht, wenn der Start gleich so beginnt.
Naja, ich werde deswegen nicht aufgeben, aber ohne Planung würde ich den Weg nicht beschreiten… oder eben, nicht ohne Zelt als Backup…
Shabanna
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von Shabanna »

Lieber Marcel,

da kann ich dich beruhigen, die Herberge in Charly war auch für mich eine neue Kategorie ;) Ich habe inzwischen den Verdacht, dass die Herberge so zweimal im Jahr gereinigt wird und wenn man dann grad dort ist, geht es grad so :D Deshalb gibt es immer wieder mal etwas positivere Meldungen. Aber die fleckigen Matratzen etc. werden wohl bleiben.

Ich saß lange auf der Bank vor der Herberge und überlegte, was ich tun sollte. Ich war kurz davor, einen Nachbarn der Herberge zu fragen, ob er mich irgendwo hinfährt. Der war zwar ganz nett, verstand aber meine Bedenken nicht im Ansatz. Ich hab dann wild herumtelefoniert und letztendlich bin ich in der Dämmerung nochmal 7 oder 8 km vom Jakobsweg weggelaufen, um letztendlich in einer total überteuerten Ferienwohnung unterzukommen.

Schade, dass du nicht in Beaumont in der alten Käserei geblieben bist (als ich dort war, hatte sie noch geschlossen). Besorg dir in Genf den Guide Jaune (bzw. am Campingplatz Neydens) - wahrscheinlich hast du ihn bereits. Lade dir auch die Updates herunter. Ein Zelt brauchst du garantiert nicht. Obwohl es Saison-Anfang in Frankreich ist (ich war zur selben Jahreszeit dort unterwegs), wirst du wenig Probleme auf deinem weiteren Weg haben.

Ich war übrigens auch über Ostern von meiner Haustür weg auf der Via Jacobi über Rorschach, St. Gallen, Wattwil etc. unterwegs. Meine Lieblingsstrecke, hach, es war einfach wieder herrlich :D

Ich wünsche dir einen guten weiteren Weg, besseres Wetter und lass mal zwischendurch von dir hören! Gehst du bis Santiago?

LG,
Andrea
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MarcelSchweiz
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von MarcelSchweiz »

Liebe Andrea
Deine Worte sind wie Balsam für meine Seele! Vielen Dank! Ich dachte wirklich schon, dass widerspiegelt die Durchschnitts-Herberge… :roll :D

Mein Plan war es, die Via Gebennensis und die Via Podiensis zu gehen… Zeit hätte ich so um die 2 Monate. ;)
Den Weg bis Santiago wollte ich dann nächstes Jahr gehen…

Toll, dass du auf dem Via Jakobis unterwegs warst. Rorschach liegt nur 10min von meinem Zuhause entfernt. ;)
Und der via Jakobi ist wirklich ein Traumweg! Die Ostschweiz kenne ich natürlich sehr gut, weshalb mir der Weg ab Einsiedeln, Innerschweiz und auch im Herbst die Rebberge in der französischen Schweiz, extrem gut gefallen hat. Diesen Weg würde ich sofort ein zweites Mal gehen! ;)

Den gelben Führer habe ich bereits, aber der hat mir gestern nicht wirklich geholfen… Die Updates werde ich heute aber noch herunter laden, auf diese Idee bin ich gestern gar nicht mehr gekommen.

Im Moment spiele ich mit dem Gedanken, die via Gebennensis weg zu lassen und bei der via Podiensis wieder einzusteigen… oder ich fliege gleich nach Biarritz und absolviere den Camino Francés… ;)
Zeit hätte ich ja genug…

Im Moment weiß ich selber gerade nicht, was ich wirklich will… :roll:

Oder ich lasse es für den Moment ganz sein und fahre nach Hause, schnappe mir meine Vespa und fahre damit nach Santiago… :D
Wanderoma
Beiträge: 62
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von Wanderoma »

Hallo, MarcelSchweiz
das Taxi- oder UberProblem kenne ich… Das ist kein Einzelfall auf dem „platten“ Land.

Auf der Via Podiensis bist du mit Zelt usw. gut aufgestellt, es gibt genügend CampingPlätze, man kann im Garten vieler Gites zelten. Manchmal kommst du an Wiesen vorbei, auf denen Wanderer und Pilger biwakieren dürfen. Die EinkaufsMöglichkeiten sind teilweise sparsam gesät, haben oft montags geschlossen, aber in den größeren Orten gibt es alles.

Abschließend noch: die Via Podiensis ist TOLL!!! (Vor allem der Schlenker am Celé entlang.)
LG
Wanderoma
angel2969
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von angel2969 »

hallo
die via gebennensis kenne ich nicht, bin vor zwei Jahren mit meiner Tochter von Chagny bis Cluny gelaufen, wollte von dort bis St. Jean de Piedeport,
wir hatten, Anfang April gestartet, Schwierigkeiten Übernachtungen zu finden, die geöffnet waren, auf dem Weg haben wir zwei Pilger von weitem gesehen und eine Wandergruppe. Meine Tochter hatte dann Bedenken mich alleine weiterlaufen zu lassen, zumal sich die Übernachtungslage nicht verbesserte, Zelt ist für mich kein Thema. Letztendlich haben sie mich mit dem Wohnmobil nach Le Puy en Velay gefahren und ich bin von dort bis Pamplona gelaufen, ab da waren die Übernachtungen kein Problem - man muss aber reservieren, so dass ein Zelt nicht unbedingt erforderlich ist, man kann aber, oft haben Pilger gegen geringeres Entgelt ihr Zelt im Garten aufgestellt und an der Gemeinschaft teilgenommen, landschaftlich ein Traum, mir hat es sehr gut gefallen, aber ich fand die Versorgung gar nicht so mager. Im Vergleich zum CF wo gefühlt jeden 2. km eine bar, etc. auftaucht, gibt es dies auf der Podiensis nicht so oft. Wasser gibt es in jedem Dorf, entweder Kirche, Friedhof oder Mairie, WC viel mehr als auf dem CF, manchmal taucht unerwartet Kiosk auf, Getränke, Snacks und manchmal Suppe. Ich würde dir diese Option empfehlen, es lohnt sich für Le Puy en Velay einen Tag Besichtigung einzuplanen und morgens nach der Pilgermesse loszulaufen.
bc angel
MarcelSchweiz
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Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von MarcelSchweiz »

Hallo zusammen
Vielen Dank für eure wertvollen Ratschläge und eure tröstende Worte.

Ich habe mich inzwischen entschieden, den Weg mit dem Zelt fortzusetzen . ( Obwohl mir die Vespa-Idee irgendwie nicht mehr aus dem Kopf geht… :D )

Mir wäre eigentlich schon klar, dass es eine frühzeitige Reservierung in den Unterkünften braucht und das dies auch einiges erleichtern würde… das ist aber genau das, was ich eigentlich nicht will… :roll:
in meiner Vorstellung möchte ich jeweils die Etappenlänge, meiner Tages-Verfassung entsprechend gehen und nicht der Vorreservationen entsprechend. Im Alltag bin ich mit Verpflichtungen und Terminen zugedeckt, da will ich auf dem Jakobsweg so „frei“ wie möglich sein… -Ich hoffe ihr versteht, was ich meine. Ich denke, deshalb könnte die Zelt-Version die Richtige für mich sein…

Inzwischen bin ich kurz nach Hause gefahren, um mich mit wärmerer Kleidung, Zelt, einem besseren Schlafsack, Isomatte und etwas Kochzeug auszurüsten. Ich werde morgen oder übermorgen mit dem Zug wieder nach Genf reisen und von dort aus, den Weg noch einmal beginnen! ;)

Es ist zwar nun einiges mehr an Gewicht zusammen gekommen, aber wenn es mir auf Dauer zu schwer wird, werde ich das Zeug vielleicht wieder nach Hause schicken.

Ich denke, im Moment tut es mir gut, ein Backup dabei zu haben. Auch wenn dies vielleicht nicht nötig wäre… ;)
Kristin
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Registriert: 21. Jul 2024, 21:48

Re: Via Gebennensis Genf - Le Puy

Beitrag von Kristin »

Ich war im Juni auf der Via Gebennensis von Genf bis Le Puy unterwegs und möchte kurz davon berichten. Ich bin mit dem Nachtzug ab Hamburg bis nach Basel gefahren und dann weiter mit Zug bis nach Genf.
Ich fand den Weg einfach wunderschön! Die Landschaft ist wirklich schön und ich finde auch abwechslungsreich. Da ich mir vorher nicht sicher war, ob es schwierig ist Unterkünfte zu finden, hatte ich dieses Mal Zelt und Isomatte mit. Tatsächlich war es unterwegs nicht schwierig, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Ich habe nur zwei Mal im Zelt übernachtet. Es gibt entlang des Weges recht viele Campingplätze, die oft auch eine Unterkunft für Pilger ohne Zelt anbieten. Im Sommer lohnt es sich, Badesachen mitzunehmen, da viele Campingplätze einen Pool haben. Richtige Pilgerherbergen gibt es auf dem Weg gar nicht so viele. Ich war in der Ferme des 1000 couleurs in Primarette, die ich sehr empfehlen kann. Ansonsten gibt es sehr viele „Accueils jaquaires“, also Privatpersonen, die Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger anbieten.
Ich habe auch in der Pilgerherberge in Charly übernachtet von der hier schon öfter berichtet wurde und fand die eigentlich sehr schön. Charly ist echt ein hübsches kleines Dörfchen. Die Herberge war sauber und die Betten und Kissen waren frisch bezogen. Es gibt eine kleine Küche, und es stehen ein paar Lebensmittel im Schrank von denen man gegen Spende etwas nehmen kann.
Im Juni war es recht ruhig auf dem Weg. In den zweieinhalb Wochen die ich unterwegs war habe ich ungefähr 20 Pilger getroffen. Laut Auskunft der Herbergsbetreiber sind dieses Jahr wohl weniger Pilger unterwegs als in den Vorjahren, im Mai waren wohl etwas mehr Pilger unterwegs als im Juni.
An meinem Zielort Le Puy bin ich noch 3 Tage geblieben. Ich finde die Stadt einfach toll!
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