Hallo zusammen
Da dies hier mein erster Beitrag ist, möchte mich kurz vorstellen: Ich heisse Marc, bin 40 Jahre alt und komme aus der Schweiz.
Diesen Mai war ich auf dem Francés unterwegs und da ich hier im Forum viele tolle Tipps mitnehmen konnte, möchte ich auch hier meine Erfahrungen und ein Teil meines Tagebuches teilen. Evtl. hilfreich
Begonnen hat die Planung diesen Februar als ich das ok bekam, fünf Wochen Ferien beziehen zu können. Auf einem Camino zu pilgern war ein lang gehegter Traum und ich dürfte mir diesen mit 40 erfüllen! Was für eine Reise, auch Tage, Wochen und Monate später kann ich es noch immer nicht fassen. Eine Reise, welche mich tief geprägt und sehr berührt hat! Vorallem der Teil von Saint-Jean-Pied-de-Port bis nach Sarria war wunderschön.
Reisedauer: Ich bin am 2. Mai nach SJPdP gereist (mit dem Flugzeug bis Biarritz, dann mit dem Zug nach SJPdP) und in 29 Etappen vom 3. bis 31. Mai 2026 nach Santiago de Compostela gepilgert. Zu Beginn in Navarra war es teilweise kalt und nass. Hier musste ich, wie auch andere Mitpilger, auf die Zähne beissen. Aber dies hat abgehärtet. In La Rioja war das Wetter viel schöner und dadurch entstand so eine Art «Aufbruchstimmung». Castilla y León gefiel mir sehr mit den weiten Feldern und den warmen Temperaturen. Hier ist man richtig zu einer «Camino-Familie» geworden. Man hat einander geholfen, Rücksicht genommen, miteinander geredet, gelacht und mitgefühlt. Ein unbeschreibliches Gefühl, welches sich kaum in Worte fassen lässt. Zuletzt ging es nach Galicia mit Hauptort Santiago de Compostela.
Höhepunkte Für mich waren die absoluten Höhepunkte auf dem Camino die Mitpilger, die spannenden Gespräche, das gegenseitige Helfen. Einfach unglaublich! Ein anderer Höhepunkt waren die Pilgersegnungen am Abend in den Kirchen. Wie da gesungen wurde, wie die Stimmung war, wie tief berührend…
Unterkünfte: Grundsätzlich musste man nirgendwo vorbuchen, es hatte eigentlich immer Platz irgendwo für alle. Ich habe meistens in einer Herberge übernachtet. Manchmal benötigte ich aber auch etwas Privatsphäre und habe ein Hotelzimmer gebucht. Unangenehm war es nur einmal in Logroño, wo ich «notfallmässig» um 21.30 Uhr die Herberge verlassen musste, da mein Bettnachbar extrem krank war und ich mich schon von Beginn an in der Herberge nicht wohl fühlte.
Menschenmassen: Von SJPdP bis nach Sarria war es noch recht überschaubar. Klar, in SJPdP sowie die erste Etappe ab Pamplona war doch Verkehr auf den Wegen. Aber sonst? Teilweise bin ich an mehreren Tagen nur ca. 20 Pilgern begegnet. Alles völlig in Ordnung. Ab Sarria hatte es aber leider nur noch Menschenmassen. Es wurde gegenseitig kein «Buen Camino» mehr gewünscht, mit dem Preisschild an der Muschel wurde gelaufen, man sprach nicht mehr miteinander. Daher ist der Teil des Camino, welcher ich für mich im Herzen tragen werde, von SJPdP bis nach Sarria. Ab Sarria war es ein lockeres «Auslaufen» und manchmal halt einfach etwas Musik hören.
Tagesablauf: Ich bin meistens so gegen 05.30 Uhr aufgewacht und um 06.30 Uhr bin ich dann losgelaufen. Meistens war ich dann zwischen 13.00 bis 17.00 Uhr in der Herberge. Anschliessend duschen, Kleider waschen, einkaufen, Strecke für den nächsten Tag studieren, essen, Kirche gehen und Videokonferenz mit der Familie. Da war dann meistens bereits 20.00 Uhr und ich bin langsam Richtung Bett gegangen.
Kirchen/Gottesdienste/Pilgersegnungen: Einfach wunderschön, es lässt sich kaum in Worte fassen. Die Atmosphäre, der Gesang, die Pilgersegnungen… unglaublich!
Würde ich wieder gehen? JA, auf jeden Fall!
Viele Grüsse und Buen Camino
Marc